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NACHRUF

Unser Ehrenmitglied „Heini“ Heinrich Hunkenschröder ist mit 86 Jahren gestorben.

Der AC-Oelde e.V. im ADAC und die Jugendgruppe AC-Oelde e.V. trauert um „Onkel Heini“.

Der Oelder Automobilclub und die zugehörige Jugendgruppe verliert einen langjährigen Freund und verdienstvollen Weggenossen. 

Heini war von jungen Jahren an, zusammen mit seinem Zündapp-Roller, seiner geliebten Bella, eine Institution. Unglaublich viele lizenzpflichtige Zuverlässigkeitsfahrten absolvierte er seit 1958, wo er bei der Westfalenfahrt das erste Mal startete. Fast alles, was es an Veranstaltungen im Nord-Westdeutschen Raum gab und eine Rollerklasse ausgeschrieben hatte, wurde besucht. Bei vielen dieser Veranstaltungen handelte es sich um Geländefahrten. 1960 und 1961 wurde die Bella für die 8-Stunden-Grunewaldfahrt in Berlin auf die erforderliche Leistung für die AVUS-Hochgeschwindigkeitsstrecke aufgerüstet und er wurde mit zwei Goldmedaillen dafür belohnt. 1962 und 1963 startete er dann mit seinem Freund Werner Junker als Privatteam bei den 24 Stundenrennen auf der AVUS. Als einzige Bella-Piloten hatten sie es dabei nicht leicht gegen die Werksmannschaften von Heinkel mit den schnellen Tourist und Piaggio mit ihren Vespas. 1962 schafften sie auf Anhieb in der großen Rollerklasse einen zweiten Platz und den „Goldenen Bären mit Krone“ 1963 wiederholten die beiden Freunde mit einem Schnitt von 98,9 Km/h inclusive Tankpausen und Fahrerwechsel den hervorragenden 2. Platz und gewannen mit dem Team Mazak / Quabeck auf Heinkel und Hellmann/Rabe auf BMW sogar den Mannschaftssieg für den ADAC-Westfalen-West. In diesem Jahr wurde er bereits mit dem ADAC-Sportabzeichen in Gold ausgezeichnet. 1967 und 1968 wurde ihm Deutschland zu klein und er wagte sich an die großen Roller-Fernfahrten, wie der Zuverlässigkeitsfahrt „Bourg“ in Frankreich oder der Rundfahrt „Cannes-Genf-Cannes“, die er 1968 auch als zweiter in der Rollerklasse beendete. In diesem Jahr wurde er auch der erste Gaumeister des ADAC-Westfalen aus den Reihen des AC-Oelde.

Heini  am Start mit seinem Roller

Der Mai 1970 war dann ein Wendepunkt in seiner Karriere. Die „Sauerländische“ auf dem Nürburgring sollte seine letzte Veranstaltung als aktiver Fahrer sein. Einige Tage später war ein schwerer Verkehrsunfall mit seinem Transportfahrzeug dafür verantwortlich, dass es ihm nicht möglich war selbst noch aktiv an Zuverlässigkeitsfahrten teilzunehmen.

Heini bei der Bewältigung eines Hindernisses mit der Bella


                         Heini mit seiner geliebten Bella

Ab 1972 folgte er der Bitte des Team Honda Deutschland, mit dem Fahrer Schimada, die japanische Marke bekannter zu machen. Über 10 Jahre begleitete er dieses Team dann durch ganz Europa und war in dieser Zeit für die gesamte Boxenarbeit verantwortlich. 

Als Helfer und Organisator von Sportveranstaltungen taucht er überall im Bereich des ADAC-Westfalen auf und steht mit Rat und Tat zur Seite. Selbst sportlich findet er eine neue Betätigung und lehrte mit seinem Mercedes W123 bei den PKW-Geschicklichkeitsturnieren so manchen Konkurrenten das Fürchten. Wie erfolgreich er auch hier war dokumentiert das ADAC-Turniersportabzeichen, das ihm 1987 verliehen wurde.

Seit seinem Eintritt in den AC-Oelde, 1961, beteiligte er sich aktiv an allen Vereinsaktivitäten, nahm an unzähligen Clubmeisterschaftsläufen teil und taucht jahrelang auch in den Siegertabellen des Vereins auf. Auch als Vorstandsmitglied engagiert er sich auf den verschiedenen Positionen. 1980 wird er als Motorrad-Turnierreferent in den Vorstand gewählt. Vier Jahre später, 1984, wird er von der Hauptversammlung des AC-Oelde zum 2. Vorsitzenden des Vereins gewählt. Dieses Ehrenamt bekleidete er bis zum Jahr 2000, wo er dann noch weiterhin als Turnierreferent aktiv tätig blieb. So lenkte „Heini“ viele Jahre die Geschicke des AC-Oelde maßgeblich mit. Seinem Einsatz ist es auch zu verdanken, dass der AC-Oelde die Ehre bekam sowohl die Westdeutsche Meisterschaft 1991 und 1992, als auch die Deutsche Meisterschaft 1996 im PKW-Turniersport auszurichten. Ebenso auf seinen unermüdlichen Einsatz gehen die Motorrad-Turniere und ganz besonders auch die ADAC-Enduro-Rallye-Münsterland maßgeblich auf seinen Einsatz zurück.

Ein ganz besonderes Anliegen für Heini war die 1993 gegründete Jugendgruppe des AC-Oelde, die in der Folgezeit mit unzähligen, Fahrrad, Roller und Kart-Veranstaltungen eine wichtige Säule innerhalb des AC-Oelde wurde. Hier war er stets mit Rat und Tat zur Stelle.  

Aber auch überregional als Fahrersprecher und Turnierbeauftragter des ADAC-Westfalen West war er eine gefragte, geschätzte und geachtete Persönlichkeit, auf die man sich verlassen konnte. Beim ADAC-Hallencross in Dortmund war er beispielsweise ein Mann der ersten Stunde. Mit seinem Freund und Teamkameraden Werner Junker beaufsichtigte er jahrelang das Fahrerlager dieser Internationalen hochrangigen Motorsportveranstaltung.

Nach der Wende wurde die Rennstrecke Oschersleben im Osten unserer Republik fast zu seiner zweiten Heimat. Bei einer Vielzahl von Veranstaltungen war er als Chef des Caterings für die Streckenposten verantwortlich.   Als echter Westfale aus dem Münsterland galt bei Heini noch das Wort und die Tat.

So mancher Gastwirt traute schon mal seinen Ohren nicht, wenn Heini seine Standardbestellung aufgab: 
„Giv mi mol ne Kanne Ölen Schnitzel mit Brazzis un ne Gartenwurst“.
Auf gut Deutsch: Eine Flasche Bier, ein Schnitzel mit Bratkartoffeln und eine eingelegte Gurke“. 

In den letzten Jahren ist es leider sehr ruhig um ihn geworden, da die gesundheitlichen Beeinträchtigungen immer mehr zunahmen und der Weg in ein Pflegeheim unvermeidlich wurde. Des Öfteren haben wir ihn noch mit dem Rollstuhl zu Veranstaltungen des AC-Oelde geholt, worüber er sich immer sehr gefreut hat, denn geistig war er bis zum Schluss fit.

Am 14. Juli 2021 ist unser Heini in diesem Pflegeheim friedlich eingeschlafen, nachdem seine Krankheit ihn immer mehr geschwächt hat. Wir wünschen ihm dass er in der ewigen Ruhe viele seiner Roller-Weggefährten zu himmlischen Fahrten wieder treffen möge. 

Im AC-Oelde hinterlässt Heini eine tiefe Spur, die immer mit seinem Namen verbunden sein wird.
Wir vom AC-Oelde werden Heini immer im Herzen und in Gedanken halten.

Der Vorstand des AC-Oelde und der Jugendgruppe im AC-Oelde sagt Danke für Alles was du für die Vereine getan hast.  


Ehrenamtliche Auszeichnungen Heini Hunkenschröder: 

1980:   Ewald-Kroth-Medaille in Bronze

1986:    Ewald-Kroth-Medaille in Silber

1992:   Ewald-Kroth-Medaille in Gold

2003:   Ewald-Kroth-Medaille in Gold mit Kranz

2017:    60 Jahre ADAC-Mitgliedschaft

Motorsportliche Auszeichnung:

 1964:   ADAC-Sportabzeichen in Gold

1965:  Große Silberne ADAC Sportnadel

 

1987:   ADAC-Turniersportabzeichen in Gold  




Vor dem Start zu Cannes-Geneve-Cannes:
Hellhammer, Sander, Hunkenschröder

Deutsche Starter und Betreuer bei der Cannes-Geneve-Cannes 1967

Der Vorsitzende Hans Wulf des AC-Oelde gratuliert Heini und Werner Junker zum Erfolg auf der Avus 1963

Ein langjähriger Wegbegleiter und Freund war Karl Gustav Sander aus Dortmund.
Für seinen guten Freund war es ihm wichtig seine Erinnerungen noch einmal niederzuschreiben.  Ihr findet sie hier.  

Auch der ADAC-Westfalen hat einen Nachruf für Heini Hunkenschröder verfasst. Ihr findet ihn hier.