AC-Oelde e.V. im ADAC
 

Achterbahn der Gefühle in der Eifel.

Erstes Saisonpodium für Linus Hahne beim Heimrennen

(v.l.)  Linus Hahne, Philip Wiskirchen 

Nürburgring/Oelde. (LH) Ein denkwürdiges und hochdramatisches Rennwochenende liegt hinter dem Oelder Motorsportler Linus Hahne. Beim vierten Lauf der ADAC GT4 Germany auf dem legendären Nürburgring erlebte der H&R-Pilot alle Facetten des Motorsports: Nach einem grandiosen zweiten Platz und dem ersten Saisonpodium am Samstag folgte am Sonntag ein bitterer Rückschlag.

Trainingsbestzeit und ein perfektes Rennen am Samstag
Die zweite Saisonhälfte begann für Hahne und sein Team ME Motorsport äußerst vielversprechend. Schon im freien Training am Freitag setzte der 22-Jährige mit der Bestzeit aller Teilnehmer ein massives Ausrufezeichen und unterstrich die starke Form des Teams.
Im Qualifying am Samstagmorgen stellte Linus den rund 500 PS starken BMW M4 GT4 auf Startplatz sechs. Was im Rennen folgte, war eine taktische und fahrerische Meisterleistung: 




Durch eine blitzschnelle Reaktion beim fliegenden Start schob sich der Oelder direkt am vor ihm liegenden Toyota vorbei. Nach einer frühen Safety-Car-Phase bewies Hahne beim Restart erneut Nervenstärke, setzte in der ersten Kurve zu einem weiteren Überholmanöver an und übergab das Fahrzeug zur Rennmitte auf einem hervorragenden vierten Platz an seinen Teamkollegen Philip Wiskirchen.





In der zweiten Rennhälfte war das Glück endlich auf der Seite von ME Motorsport. Ein harter Zweikampf der Führungsgruppe endete mit dem Ausfall eines Konkurrenten, wodurch Wiskirchen auf Rang drei vorrückte und das Auto ins Ziel brachte. Kurze Zeit später die nächste Überraschung: Wegen einer nachträglichen Zeitstrafe gegen einen weiteren Kontrahenten rückte das Duo sogar auf Platz zwei vor – das erste Saisonpodium war perfekt!
„Ich hatte zwei richtig gute Starts und konnte mich schnell verbessern“, freute sich Hahne. „Wir hatten leider etwas wenig Grip an der Vorderachse und dadurch starkes Untersteuern. Aber endlich hatten wir auch mal das nötige Rennglück auf unserer Seite. Gerade bei meinem Heimrennen des ADAC Westfalen als Zweiter auf dem Podium zu stehen, bedeutet mir wahnsinnig viel.“ 
Besonders die heimischen Partner hatte der junge Oelder dabei im Blick: „Einige meiner Sponsoren waren live vor Ort. Ich hoffe sehr, dass die Gäste von Haver & Boecker, Pott’s und Edelmeyer dieses unvergessliche Wochenende und den Erfolg am Nürburgring genauso genießen konnten wie wir.“



(v.l.) Denny Berndt, Lachlan Robinson, Philipp Gogollok, Jan-Philipp Springob, Philip Wiskirchen, Linus Hahne, Team-Vertreter COSY 

Bitterer Sonntag: Reifenschaden zerstört alle Hoffnungen

Die Euphorie des Samstags erhielt am Sonntag jedoch einen schmerzhaften Dämpfer. Philip Wiskirchen startete von Position acht gut ins Rennen, doch bereits in der zweiten Runde unterlief ihm in der Schikane ein verhängnisvoller Fehler. Beim zu harten Überfahren der sogenannten Curbs (Randsteine) wurde der BMW so stark versetzt, dass sich ein Reifen von der Felge löste. Der dadurch erzwungene, außerplanmäßige Boxenstopp zerstörte das Rennen komplett.
Als Linus Hahne das Steuer für die zweite Rennhälfte übernahm, hatte das Team bereits deutlichen Rundenrückstand – die Aufholjagd war aussichtslos.
„Das ist natürlich extrem bitter. Ein Rennen gewinnt man nicht in der zweiten Runde“, zeigte sich Hahne nach dem Ausfall enttäuscht. „So hat das tolle Resultat von gestern natürlich einen kleinen Beigeschmack. Es tut mir vor allem für das ganze Team unendlich leid, denn unser Auto war auch heute für eine Top-Platzierung gut.“

Trotz des Rückschlags am Sonntag überwiegt die Freude über den lang ersehnten Pokal.
Das Team hat bewiesen, dass es konstant an der Spitze mitfahren kann.

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht: Bereits in vier Wochen (11.-13. September) startet die
ADAC GT4 Germany auf dem anspruchsvollen Sachsenring in die nächste Runde.