AC-Oelde e.V. im ADAC
 

Spektakuläre Aufholjagd und ein historisches Novum

 Linus Hahne glänzt am Sachsenring


Das fünfte Rennwochenende der ADAC GT4 Germany auf dem Sachsenring bot für den Oelder Motorsportler Linus Hahne wirklich alle Facetten des Rennsports. Zwischen absoluten Bestzeiten, spektakulären Überholmanövern und einer extrem seltenen Rennabsage am Sonntag bewies der 22-jährige Förderpilot, dass er zu den absoluten Top-Fahrern im hochkarätigen GT-Feld gehört.


Trainingsbestzeit und ein selbstkritischer Blick
Das Wochenende begann für Hahne und sein Team ME Motorsport nach Maß. Am Freitag dominierte der Oelder das freie Training und brannte im rund 500 PS starken BMW M4 GT4 die schnellste Zeit in den Asphalt der anspruchsvollen "Berg-und-Talbahn".
Mit entsprechend hohen Erwartungen ging es am Samstagmorgen in das Qualifying, doch hier lief es nicht perfekt. Am Ende stand Startplatz acht zu Buche. Hahne zeigte sich im Anschluss gewohnt analytisch und selbstkritisch: „Ich bin in zwei Kurven mit etwas zu viel Speed reingefahren. Dadurch konnte ich am Scheitelpunkt erst viel später wieder ans Gas. Das hat mich in Summe eine halbe Sekunde gekostet, die für die erste Startreihe gereicht hätte. Aber hätte, wenn und aber zählt im Motorsport nicht – es war mein Fehler. Jetzt gilt es, heute Nachmittag voll anzugreifen.“


Der "Move des Rennens" führt auf Platz vier
Diesen Worten ließ Hahne im Samstagsrennen beeindruckende Taten folgen. Mit einem reaktionsschnellen Start machte er direkt einen Platz gut und überholte in der berüchtigten Omega-Kurve einen weiteren Kontrahenten, was ihn nach der ersten Runde bereits auf Platz sechs brachte.
Wenig später sorgte der Oelder dann für das absolute Highlight des Rennens: Vor ihm verwickelten sich zwei Konkurrenten in ein hartes Duell, ein dritter musste ausweichen. Hahne erkannte die Lücke blitzschnell und schob sich mit einem sensationellen Manöver an allen drei Fahrzeugen gleichzeitig vorbei. „Da war natürlich auch das nötige Glück im Spiel – aber dieses Glück muss man sich durch die richtige Positionierung auch verdienen“, so Hahne.
Er übergab das Auto auf einer starken dritten Position an seinen Teamkollegen Philip Wiskirchen. In der Schlussphase bauten die Reifen auf der fordernden Strecke stark ab, weshalb Wiskirchen noch zwei Positionen abgeben musste. Da eines der Überholmanöver gegen ihn jedoch durch die Rennkommissare nachträglich mit einer Strafe belegt wurde, schloss das Duo das Rennen auf einem hervorragenden vierten Platz ab.

Historisches Novum:  Absage am Sonntag: Streckenschäden stoppen GT4-Feld
Der Sonntag hielt dann ein historisches Novum bereit. Nach starkem Regen am Morgen
trocknete die Strecke bis zum Nachmittag ab, sodass das GT4-Feld auf Slicks
(Trockenreifen) in die Startaufstellung rollte. Zum Rennen kam es jedoch nicht: Im
vorherigen DTM-Rennen war der Asphalt an einer Stelle so stark beschädigt worden, dass
Reparaturversuche der Streckenbetreiber fehlschlugen. Als dann auch noch erneuter Regen
einsetzte, entschied die Rennleitung nach 90 Minuten Wartezeit aus Sicherheitsgründen, das
Rennen komplett abzusagen.
„Natürlich wäre ich heute unfassbar gerne gefahren“, resümierte Hahne enttäuscht, aber
verständnisvoll. „Wir hatten im Gegensatz zu manch anderem Team noch völlig neue Reifen
zur Verfügung und hatten uns für das Rennen extrem viel ausgerechnet. Aber Sicherheit
geht vor, es ist, wie es ist.“


Der ADAC prüft nun, ob das ausgefallene Rennen beim großen Saisonfinale am
Hockenheimring (in drei Wochen) nachgeholt wird, was ein spektakuläres "Triple-Header"-
Wochenende mit drei Rennen bedeuten würde.

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